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Mikrozensus 2021

Mikrozensus 2021


In NRW beginnen heute die Befragungen für den Mikrozensus 2021.

Insgesamt werden rund 80.000 Haushalte nach ihrer Lebenssituation befragt. Wegen der Pandemie-Situation finden diese Befragungen aktuell nicht wie sonst persönlich, sondern telefonisch statt. In den nächsten Tagen klingelt zum Beispiel in sechs zufällig ausgewählten Haushalten in Paderborn das Telefon. Die Interviewer fragen dann nach Alter, Familienstand oder Erwerbstätigkeit.

 

Wichtige Daten in Corona-Zeiten

Beim Mikrozensus werden insgesamt ein Prozent der Haushalte in Deutschland befragt, um Melderegister und Statistiken zu aktualisieren. So lässt sich etwa sagen, wie viele alleinlebende Senioren es gibt, oder wie viele Vorschulkinder mit berufstätigen Eltern. Gerade in Corona-Krisenzeiten seien das wichtige Daten, heißt es vom statistischen Landesamt. Die Ergebnisse seien Basis für politische und wirtschaftliche Entscheidungen.

 

Der Begriff Mikrozensus

Mikrozensus bedeutet "kleine Bevölkerungs­zählung". Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushalts­befragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Die Befra­gung wird seit 1957 von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder gemein­schaft­lich durchgeführt. Es werden mit rund 810 000 Personen in etwa 370 000 privaten Haushalten und Gemein­schafts­unter­künften rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland zu ihren Arbeits- und Lebens­bedingungen befragt.

Der Mikrozensus ist eine Befragung zu mehreren Themen. Die Befragung besteht aus einem Kernfrageprogramm und weiteren Erhebungsteilen. Hierzu zählen der Erhebungs­teil zur Arbeitsmarkt­beteiligung, der Erhebungsteil zu Einkommen und Lebens­bedingungen sowie der Erhebungsteil zur Internetnutzung.

Die Fragen des Kernprogramms werden allen zufällig ausgewählten Haushalten gestellt. Die Fragen der weiteren Erhebungs­teile werden nur einem Teil aller Haushalte – sogenannte Unterstichproben – gestellt. Die Auswahl dieser Unter­stichproben erfolgt ebenfalls zufällig. Dabei wird sichergestellt, dass kein Haushalt in mehr als eine Unter­stichprobe fällt.

Die Fragen des Kernprogramms beziehen sich auf folgende Themenbereiche:

Angaben zum Haushalt (z. B. Haushaltsgröße)
Angaben zur Person (z. B. Geschlecht, Geburtsjahr, Familienstand, Staatsangehörigkeit)
Erwerbstätigkeit, Beruf, Arbeitssuche
Kinderbetreuung, Schule, Studium, Aus- und Weiterbildung
Lebensunterhalt, Nettoeinkommen
Altersvorsorge, Internetnutzung, Wohnsituation.

Der Erhebungsteil zur Arbeitsmarktbeteiligung vertieft die Themen Erwerbstätigkeit, Arbeitssuche und Weiterbildung. Dadurch werden wichtige Informationen z. B. zu Ursachen für Arbeitslosigkeit oder Befristung von Arbeitsverträgen gewonnen. Der Erhebungsteil zu Einkommen und Lebensbedingungen vertieft insbesondere die Themen Einkommen und Wohnsituation. Zudem werden Fragen zu den Themenbereichen materielle Entbehrung, soziale Teilhabe und Gesundheit gestellt. Dadurch liegen wichtige Informationen z. B. zur Einkommensverteilung, Armut und sozialer Ausgrenzung vor.

Sie werden sich vielleicht fragen, ob es diese Angaben nicht schon aus anderen Quellen gibt, die verwendet werden können. In vielen anderen EU-Ländern (u. a. Schweden, die Niederlande, Österreich, Italien) werden in erheblichem Umfang Verwaltungsdaten auf der Personenebene herangezogen und in die Befragung eingespielt, so dass Haushalte z. B. Fragen zum Einkommen nicht beantworten müssen. In Deutschland liegt keine derart umfassende Datenbasis und Registerinfrastruktur mit verknüpfbaren, persönlichen Angaben zum Einkommen, Bildungsabschluss, Erwerbsstatus, Krankenversicherungsschutz usw. vor. Der Erhebungsteil zur Internetnutzung umfasst z. B. Fragen zu Art, Häufigkeit, Zweck sowie möglichen Bedenken bei der Nutzung des Internets. Die Angaben werden EU-weit einheitlich erhoben. Sie ermöglichen es, den Digitalisierungsstand der EU-Mitgliedstaaten zu vergleichen und die Entwicklung über die Zeit darzustellen.

Persönliche Angaben wie Name und Informationen zur Anschrift, die sogenannten Hilfsmerkmale, dienen zur Organisation der Befragung in den Statistischen Landesämtern, etwa zur Erstellung von Anschreiben an die Befragten oder zur Klärung von Rückfragen. Die Hilfsmerkmale werden strikt von den restlichen Angaben getrennt gespeichert, vertraulich behandelt und vor unberechtigten Zugriffen sicher geschützt. In Gemeinschaftsunterkünften (z. B. Altenheime oder Gefängnisse) wird lediglich ein verkürztes Frageprogramm erhoben.

Wie funktioniert der Zensus 2021? Lesen Sie hier