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Mikrozensus 2021

Mikrozensus 2021


Wegen Corona-Pandemie keine direkten Befragungen vor Ort – telefonische Unterstützung möglich

Mikrozensus 2021 im Januar gestartet

Im Jahr 2021 findet im Freistaat wie im gesamten Bundesgebiet wieder der Mikrozensus statt. Dabei handelt es sich um eine gesetzlich angeordnete Haushaltsbefragung, für die seit 1957 jährlich ein Prozent der Bevölkerung zu Themen wie Familie, Lebenspartnerschaft, Lebenssituation, Beruf und Ausbildung befragt wird. Für einen Teil der auskunftspflichtigen Haushalte kommt ein jährlich wechselnder Themenbereich hinzu, der in diesem Jahr Fragen zur Gesundheit beinhaltet.  

Die durch den Mikrozensus gewonnenen Informationen sind Grundlage für zahlreiche gesetzliche und politische Entscheidungen und deshalb für alle Bürgerinnen und Bürger des Landes von großer Bedeutung. So entscheiden die erhobenen Daten z.B. mit darüber, wieviel Geld Deutschland aus den Struktur- und Investitionsfonds der Europäischen Union erhält.

Aufgrund steigender Anforderungen, z.B. im Bereich der Arbeitsmarkt- und Armuts-berichterstattung, wurde der Mikrozensus für die Jahre ab 2020 überarbeitet. Neben der bereits seit 1968 in den Mikrozensus integrierten Arbeitskräfteerhebung der Europäischen Union (LFS – Labour Force Survey) sind seit 2020 auch die bisher separat durchgeführte europäische Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU SILC – European Union Statistics on Income und Living Conditions) sowie ab diesem Jahr die Befragung zu Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) Teil des neuen Mikrozensus. Um die Befragten trotz dieser Erweiterungen zu entlasten, wird die Stichprobe seit 2020 in Unterstichproben geteilt, auf welche die verschiedenen Erhebungsteile LFS, EU-SILC und IKT verteilt werden.

Die Befragungen zum Mikrozensus finden ganzjährig von Januar bis Dezember statt. In Bayern sind in diesem Jahr rund 60 000 Haushalte zu befragen. Dabei bestimmt ein mathematisches Zufallsverfahren, wer für die Teilnahme am Mikrozensus ausgewählt wird.

Die Befragungen werden in vielen Fällen als telefonisches Interview mit den Haushalten durchgeführt. Dafür engagieren sich in Bayern zahlreiche ehrenamtlich tätige Interviewerinnen und Interviewer im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Statistik. Haushalte, die kein telefonisches Interview wünschen, haben die Möglichkeit, ihre Angaben im Rahmen einer Online-Befragung oder auf einem Papierfragebogen per Post zu übermitteln.

Ziel des Mikrozensus ist es, für Politik, Wissenschaft, Medien und die Öffentlichkeit ein zuverlässiges Bild der Lebensverhältnisse aller Gruppen der Gesellschaft zu zeichnen. Um die gewonnenen Ergebnisse repräsentativ auf die Gesamtbevölkerung übertragen zu können, ist es wichtig, dass jeder der ausgewählten Haushalte an der Befragung teilnimmt. Aus diesem Grund besteht für die meisten Fragen des Mikrozensus eine gesetzlich festgelegte Auskunftspflicht. Sie gilt sowohl für die Erstbefragung der Haushalte als auch für die drei Folgebefragungen innerhalb von bis zu vier Jahren. Durch die Wiederholungsbefragungen können Veränderungen im Zeitverlauf nachvollzogen und eine hohe Ergebnisqualität erreicht werden. Datenschutz und Geheimhaltung sind, wie bei allen Erhebungen der amtlichen Statistik, umfassend gewährleistet. Auch die Interviewerinnen und Interviewer sind zur strikten Verschwiegenheit verpflichtet. Sie kündigen das geplante Telefoninterview bei den Haushalten stets zuvor schriftlich an.

Das Bayerische Landesamt für Statistik in Fürth bittet alle Haushalte, die im Laufe des Jahres 2021 eine Ankündigung zur Mikrozensusbefragung erhalten, die Arbeit der Interviewerinnen und Interviewer zu unterstützen.

 

Der Begriff Mikrozensus

Mikrozensus bedeutet "kleine Bevölkerungs­zählung". Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushalts­befragung der amtlichen Statistik in Deutschland. Die Befra­gung wird seit 1957 von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder gemein­schaft­lich durchgeführt. Es werden mit rund 810 000 Personen in etwa 370 000 privaten Haushalten und Gemein­schafts­unter­künften rund 1 % der Bevölkerung in Deutschland zu ihren Arbeits- und Lebens­bedingungen befragt.

Der Mikrozensus ist eine Befragung zu mehreren Themen. Die Befragung besteht aus einem Kernfrageprogramm und weiteren Erhebungsteilen. Hierzu zählen der Erhebungs­teil zur Arbeitsmarkt­beteiligung, der Erhebungsteil zu Einkommen und Lebens­bedingungen sowie der Erhebungsteil zur Internetnutzung.

Die Fragen des Kernprogramms werden allen zufällig ausgewählten Haushalten gestellt. Die Fragen der weiteren Erhebungs­teile werden nur einem Teil aller Haushalte – sogenannte Unterstichproben – gestellt. Die Auswahl dieser Unter­stichproben erfolgt ebenfalls zufällig. Dabei wird sichergestellt, dass kein Haushalt in mehr als eine Unter­stichprobe fällt.

Die Fragen des Kernprogramms beziehen sich auf folgende Themenbereiche:

Angaben zum Haushalt (z. B. Haushaltsgröße)
Angaben zur Person (z. B. Geschlecht, Geburtsjahr, Familienstand, Staatsangehörigkeit)
Erwerbstätigkeit, Beruf, Arbeitssuche
Kinderbetreuung, Schule, Studium, Aus- und Weiterbildung
Lebensunterhalt, Nettoeinkommen
Altersvorsorge, Internetnutzung, Wohnsituation.

Der Erhebungsteil zur Arbeitsmarktbeteiligung vertieft die Themen Erwerbstätigkeit, Arbeitssuche und Weiterbildung. Dadurch werden wichtige Informationen z. B. zu Ursachen für Arbeitslosigkeit oder Befristung von Arbeitsverträgen gewonnen. Der Erhebungsteil zu Einkommen und Lebensbedingungen vertieft insbesondere die Themen Einkommen und Wohnsituation. Zudem werden Fragen zu den Themenbereichen materielle Entbehrung, soziale Teilhabe und Gesundheit gestellt. Dadurch liegen wichtige Informationen z. B. zur Einkommensverteilung, Armut und sozialer Ausgrenzung vor.

Sie werden sich vielleicht fragen, ob es diese Angaben nicht schon aus anderen Quellen gibt, die verwendet werden können. In vielen anderen EU-Ländern (u. a. Schweden, die Niederlande, Österreich, Italien) werden in erheblichem Umfang Verwaltungsdaten auf der Personenebene herangezogen und in die Befragung eingespielt, so dass Haushalte z. B. Fragen zum Einkommen nicht beantworten müssen. In Deutschland liegt keine derart umfassende Datenbasis und Registerinfrastruktur mit verknüpfbaren, persönlichen Angaben zum Einkommen, Bildungsabschluss, Erwerbsstatus, Krankenversicherungsschutz usw. vor. Der Erhebungsteil zur Internetnutzung umfasst z. B. Fragen zu Art, Häufigkeit, Zweck sowie möglichen Bedenken bei der Nutzung des Internets. Die Angaben werden EU-weit einheitlich erhoben. Sie ermöglichen es, den Digitalisierungsstand der EU-Mitgliedstaaten zu vergleichen und die Entwicklung über die Zeit darzustellen.

Persönliche Angaben wie Name und Informationen zur Anschrift, die sogenannten Hilfsmerkmale, dienen zur Organisation der Befragung in den Statistischen Landesämtern, etwa zur Erstellung von Anschreiben an die Befragten oder zur Klärung von Rückfragen. Die Hilfsmerkmale werden strikt von den restlichen Angaben getrennt gespeichert, vertraulich behandelt und vor unberechtigten Zugriffen sicher geschützt. In Gemeinschaftsunterkünften (z. B. Altenheime oder Gefängnisse) wird lediglich ein verkürztes Frageprogramm erhoben.


Wie funktioniert der Zensus 2021?  Lesen Sie hier